Die Bewegungssprache der Schüßlersalze
Gertraud Seitelberger
Schüßler bewegt – durch und durch
Die Mineralstoffe nach Dr. Schüßler bringen von sich aus schon so einiges in Bewegung. Sie bewegen unsere Körperstrukturen und Stoffwechselprozesse im wahrsten Sinne des Wortes bis in die Zelle hinein. Man kann sogar behaupten, dass diese anorganischen Stoffe erst Bewegung im Sinne von lebendigen Stoffwechselprozessen ermöglichen.
Und die Begegnung mit den psychischen Charakteren nach Thomas Feichtinger bietet so einiges an bewegenden Entwicklungsmöglichkeiten. Sie ermutigen dazu, manch neue Lebenswege zu beschreiten und altes Dickicht auf vertrauten Wegen zu lichten. Schon oft waren sie für uns „Schüßlerianer“ der Anstoß, zu erkennen, wo man überall „drinnen“ steckt: Festgefahrene Handlungsmuster, die uns oft daran hindern, im freien Lebensfluss zu sein. Diese Muster manifestieren sich auch in unserem Körper: All die kleineren und größeren Zwänge verdichten sich in Bewegungsapparat und Faszien, aber auch unsere Organe können in ihrem freien Stoffwechselfluss beeinträchtigt werden. Ungünstige stereotype Bewegungs- und Haltungsmuster, und damit eingehende Verspannungen sind dann die sichtbaren Zeichen dieser Konditionierungen.
In meiner Praxis als Yoga- und Alexanderlehrerin komme ich immer wieder in Kontakt mit menschlichen Bewegungs- und Verhaltensmuster, die mich an so manche Schüßler-Prägung erinnern. Dieses Wiedererkennen ist sehr hilfreich, bekomme ich doch, neben der Antlitzanalyse, weitere Informationen über jene Mineralstoffe, die besonders dringend benötigt werden. Dabei habe ich danach geforscht, welche Wahrnehmungs- und Körperarbeitsmethoden einem Menschen helfen könnten, aus der Enge von lebenseinschränkenden Gewohnheiten herauszutreten. Denn nur so ist es letztendlich möglich, weiteren Raubbau an den Mineralstoffspeichern zu stoppen.
Nr. 1 Calcium fluoratum - Elastizität im Körper – Flexibilität im Leben
Wer möchte das nicht: Kraftvoll und gleichzeitig geschmeidig durchs Leben gehen? Die Grenzstrukturen des Körpers, Epithel- und Bindegewebe/Faszien schützen den Körper und halten ihn zusammen. Gleichzeitig benötigen alle Strukturen des Körpers bis in die Zelle hinein Elastizität.
In den Yogaschriften werden die scheinbaren Gegensätze Festigkeit und Leichtigkeit, in Sanskrit mit Sthira & Sukha, beschrieben. Eine Yogahaltung sollte demgemäß stabil und gleichzeitig flexibel sein. Das gilt z.B. auch für den Meditationssitz. Um längere Zeit gut verwurzelt zu sitzen, braucht es gleichzeitig Leichtigkeit im Körper, denn nur in einem angenehmen Sitz kann man in die Stille eintauchen.

Der Bambus-Effekt:
Standfest-Biegsam-Vielfältig-Stark
Auch in unseren Alltagsbewegungen ist Stabilität mit gleichzeitiger Flexibilität gefragt. Wir können das Zusammenspiel von diesen Polaritäten in der Körperarbeit erkunden und dabei spüren, dass Standhaftigkeit und Flexibilität einander bedingen. Die Bambuspflanze kann uns dabei ein wunderbares Vorbild der Natur sein, um wieder eine geschmeidige Auf- und Ausrichtung mit gleichzeitiger Bewegungsfreiheit zu erlangen.

Der Körper als Spiegel der Seele
Unsere körperliche Aufrichtung wiederum ist ein Spiegelbild für unsere psychische Selbstsicherheit bzw. unser Selbstvertrauen. Auch wie wir einen Standpunkt vor anderen vertreten, zeigt sich in der Körpersprache. Kann ich mir aus meinem Selbstverständnis heraus den Standpunkt eines anderen Menschen anhören, ohne innerlich gleich die Türen zuzumachen bzw. körperlich steif zu werden?
Kann ich mich noch wohl fühlen in meiner Haut, wenn eine komplett andere Weltsicht meinen Weg kreuzt? Mal braucht es eine Portion von Beharrlichkeit, dann wieder ein Quäntchen Flexibilität um mit Menschen mit anderen Ansichten in Austausch zu kommen. Welch spannende, menschliche Herausforderung – gerade in diesen Zeiten! Auch da kann uns ein flexibler Körper und Geist sehr hilfreich sein.

Bei den Körperübungen zum Calcium fluoratum könnte uns dabei folgendes Mantra bis in die tiefsten Strukturen des Körpers hinein begleiten:
Geschmeidigkeit im Umgang mit mir – Geschmeidigkeit im Umgang mit den Mitmenschen.
Den Körper einstimmen – Kraft und Elastizität für Füße und Beine im Alltag
Schon in der Früh vor dem Aufstehen, bevor wir die ersten Schritte gehen, gibt es die Möglichkeit unsere Füße und Bein auf den Tag einzustimmen.
Noch liegend im Bett:
- Beugen/Strecken und Kreisen der Füße aus den Sprunggelenken
- Scheibenwischer-Bewegung: Von den Füßen beginnend beide Beine bis in die Hüftgelenke nach rechts und links rotieren lassen.
- Das gute alte „Radfahren“ mit den Beinen in der Luft
- Mit langen Beinen Richtung Decke Füße wieder in alle Richtungen bewegen.
Dann im Stehen, z.B. während des Zähneputzens:
- Fersen heben in den Ballenstand und wieder senken.
- 10 Zehen heben (Ballen bleiben am Boden und wieder sinken lassen)
Auch hier gilt wie bei der Schüßler Anwendung: Die Wiederholung führt zum Ziel! Dieses Spiel mit Fuß- und Beinkraft kann während des Tages in kleinen Innehalte-Pausen auch im Sitzen immer wieder integriert werden – so wohltuend!
All diese scheinbar einfachen Bewegungen wirken wie eine innere Massage für unsere Füße und Sprunggelenke. Und oh Wunder – sie leiten über die faszialen Strukturen auch Bewegungsimpulse bis hoch in Beine, Becken und Hüftegelenke. Das innere Beobachten und Erspüren ist ein wesentlicher Teil der Übungen. Nur so kann unser Nervensystem mit neuen Verbindungen und Erneuerungen darauf reagieren.
Eine weitere ausgezeichnete Möglichkeit, um zwischendurch im Alltag Füße und Beine elastisch und kräftig zu erhalten, ist es im Ballenstand oder auf Fersen durch den Raum zu gehen. Bitte dabei nicht auf das Weiteratmen vergessen! Dasselbe gilt auch wenn man abwechselnd mit den Außen- und Innenkanten der Füße barfuß durch den Raum geht– sieht lustig aus und ist meeega gesund! Außerdem bereitet dieses Spiel mit der Flexibilität den Körper auf weitere Balanceakte vor.
Öfter mal auf ein Bein stellen
Während des Alterns baut der Körper Stabilität und Elastizität ab. Wie stark, zeigt besonders der „Flamingo-Test“, also das Stehen auf einem Bein. Denn beim Balance halten muss der ganze Körper mitarbeiten, von den Muskeln über das Gehirn bis zum Innenohr – also Dinge, die im Alter nachlassen können. Bis etwa Mitte dreißig klappt der Flamingo-Stand wahrscheinlich gut. Je älter wir sind, desto kürzer halten wir im Schnitt durch.

Ein gutes Gleichgewicht schützt vor Stürzen und soll sogar das Sterblichkeitsrisiko verringern, berichtete auch das Wissenschaftsmagazin Quarks auf ARD.
Die gute Nachricht:
Balance kann man in jedem Alter trainieren.
Sie stärkt den Aufrichteapparat, die Selbstwahrnehmung und das Zusammenspiel von Sinnesinformationen.Schon in der Früh vor dem Aufstehen, bevor wir die ersten Schritte gehen, gibt es die Möglichkeit unsere Füße und Bein auf den Tag einzustimmen.
Gleichgewichtstraining
Um das Gleichgewicht zu trainieren, braucht es gar nicht viel.
- Einfach loslegen und auf ein Bein stellen - wenn man anfangs sehr wackelig ist, kann man sich an irgendetwas festhalten. Wenn man schon sehr gut ist, kann man es auch mal mit geschlossenen Augen versuchen.
- In weiterer Folge kann man das freie Bein/Spielbein in verschiedene Richtungen bewegen.
- Noch spielerischer wird es, wenn man den Flamingo auch tanzen lässt: Auf einem Bein stehen und auch den Oberkörper frei in verschiedene Richtung balancieren.
- Wir können dabei auch unsere Arme als weit geöffnete Flügel benützen, die segelnd den Körper im Balanceakt begleiten.
Am besten gelingt dies mit Musik und einer Portion Experimentierfreude.

Weitere wertvolle Alltagstipps
Geschmeidigkeit im Körper im doppelten Sinne kann man auch erleben, wenn man das Auftragen der äußeren Anwendung, z.B. der Gel.Creme Regidol oder Tendiva Körperlotion von Adler Pharma als kleines tägliches Bewegungsritual zelebriert - auch eine gute Möglichkeit zu überprüfen, an welchen Gelenken und Hautstellen wir mit unseren pflegenden Händen noch überall landen können.
Etwas herausfordernder ist es, im Flamingostand die Soft Feet Creme einzumassieren. Der Song aus der Duschkabine darf beim Eincremen dabei natürlich weiter geträllert werden.
So kann auch die tägliche Schüßler-Kosmetik zusätzlich ein kleiner Elastizitätstanz werden.
Ich wünsche viel Freude bei dieser Entdeckungsreise.
Mein Weg zu Schüßler in Bewegung
Die Schüßler Mineralstoffe begleiten mich nun seit fast 35 Jahren. Damals lernten mein Mann und ich Thomas Feichtinger kennen und besuchten ein Schüßler Grundseminar in Seewalchen am Attersee und infolge dessen bildete sich eine Gruppe von Menschen, die sich einige Jahre lang regelmäßig zu Persönlichkeitsseminaren mit Thomas traf, in welchen wir essentiellen Lebensfragen auf den Grund gingen.
Die Auseinandersetzung mit so manchen Themen hat unseren Familienalltag sehr bereichert. Es kam was kommen musste, die Schüßler Salze und auch die Existenzanalyse nach Viktor Frankl mit seiner Suche nach dem Sinn des Lebens, die Thomas Feichtinger als Lebensberater in die charakterlichen Welten der Schüßlersalze eingewoben hat, ließen uns privat wie auch beruflich bis heute nicht mehr los.
Als Schüßler Ausbilderin der gba darf ich mittlerweile auf über 20 Jahre und viele Schüßler Ausbildungsgruppen zurückblicken, denen ich dieses Handwerkzeug für ganzheitliche Gesundheitspflege weitergeben durfte. Mit vielen TeilnehmerInnen bin ich bis heute über die gba freundschaftlich verbunden.
An dieser Stelle ist es mir ein Bedürfnis ein großes Dankeschön an unsere wertvolle Schüßlergemeinschaft zu sagen.
Besonders angetan bin ich bis heute von Thomas‘ charakterlichen und psychischen Zusammenhängen der einzelnen Mineralstoffe. Und sie fühlten sich im Laufe der Jahre immer stimmiger an.
Mit meiner weiteren Passion und Ausbildungen zu verschiedenen Körpertherapie-Methoden und modernen Ausdrucks- und Bühnentanz gab es für mich seit jeher schon den Wunsch, auch eine Bewegungssprache für die Schüßlerwelten zu kreieren. 2010 schrieb ich den ersten Artikel „Schüßler-in-Bewegung“ und bald darauf folgten Wochenendseminare, in denen interessierte Schüßler-Anwender:innen die Phänomene der Schüßlerwelten mit Hilfe von Körperarbeit und Bewegungsübungen etc. ganzheitlich erkundeten. SchüßlerInBewegung© war geboren und es ist mir eine große Freude, diese Methode auch als Onlinekurs anzubieten.
Gertraud Seitelberger
Ausbilderin der GBA

Weiterführende Links
Gertraud Seitelberger
Persönlichkeit in Bewegung
Alexandertechnik-Yoga-Freedance
www.seitelberger.co.at